+++Newsflash++ Deutsche Bahn führt revolutionäres Verspätungssystem ein

Der Pressesprecher der Deutschen Bahn AG, Stefan Hartke, gab heute nach einer Sitzung in der Konzernzentrale bekannt, dass ab nächster Woche auf allen Bahnhöfen das neue Verspätungssystem IrDaBS (Irregular Delay and Blackout System) eingesetzt wird. Mit diesem weltweit einzigartigen Programmsystem sei es möglich, auch außerhalb der Stoßzeiten Zugverspätungen von bis zu 175 Minuten und Komplettausfälle zu realisieren. IrDaBS habe außerdem Zugriff auf die Anzeigetafeln und Ansagen an den Bahnhöfen um diese im Bedarfsfall zu blockieren.

Die Passagiere haben so die Möglichkeit, den einzigartigen Charme der grauen Betonbahnhöfe ungestört von lästigen Durchsagen und unnötigen Informationen genießen zu können“ so Hartke.

Das System sei 5 Jahre lang erfolgreich bei der Bahntochter „S-Bahn Berlin“ getestet worden und den Kinderschuhen so weit entwachsen, dass es nun allen Kunden der Deutschen Bahn zugänglich gemacht werden könne.

IrDaBS stellt einen weiteren Schritt der Serviceoffensive der Bahn dar. Diese wurde im Jahr 2001 vom damaligen Konzernchef ins Leben gerufen und begrenzte in der ersten Stufe die Sitzgelegenheiten auf Bahnhöfen auf maximal 10 Stahlkorbsessel.

am Saturday, 14. June 2014  kommentieren

Blaues Land

Füße gehen

Blicke sinken

Wenn wir uns sehen

Wo Licher blinken

Dann tiefe Schatten

Dumpfer Knall

Die Nacht erlischt

Doch überall

Sollst du noch sein

Im grauen Park

In gelber Nacht

Als Schattenriss

Im Ubahn-Schacht

In diesen Pfützen

Steingesicht

An diesem Pfeiler

Jenen Stützen

Hinterhof und

Treppenhall

Diesseits der Sitze und

Jenseits der Flächen

Über der Spitze und

Neben den Bächen

Hinter Fenstern

Unter Gespenstern

Als Silhouette und

Kontur

In Hinterköpfen

Tau und

Schnur

Auf Bänken

Versteckt in

Schränken

Wenn ich dich seh

So muss ich

Denken

An jenen Weg

Der dort nicht war

An diesem Tag

Im letzten Jahr

An dieses Schild

Das da nicht stand

In jenem weiten

Blauen Land

Dort wo du gingst

Als mein Begleiter

Als fighter doch

Unendlich transparenter

Leiter

Das Buch

Die Seite

Schlag ich auf

Die Berge und

Felder

Die Täler und

Wälder

Dort herab und

Hier herauf

Diese Seite

Schlag ich auf

Die Bilder

Die Schuhe

Und lauf.

am Saturday, 24. May 2014  kommentieren

Textur

Stumm und blind
Mein Mund
Und dein
Blick sind
Nur Textur

Gras und Stein
Maß und mein
Denken die
Fläche zu
Schenken und
Tiefe zu
Träumen bleibt
Nur Textur

Mündern zu lauschen
Brauen zu bauschen
Neues zu schaffen
Ein Ruf zu den Waffen
Sind doch nur
Textur

Stumm und blind
Sturm und Wind
Wurm und Lind
Vorn und hint
Tau und Schnur
Doch bloß
Textur

am Wednesday, 21. May 2014  kommentieren

Thessaloniki / Street Art

Graffitis (wie der aufmerksame Leser merkt, verwende ich hier den sog. gleichgültigen Plural eines Fremdwortes; in der Zeit die es braucht, das hier zu schreiben, hätte ich ebensogut den korrekten Begriff googeln können, tue es aber nicht: aus Trotz).

Griechisch, bedeuted soviel wie "Oyzoy"

Griechisch, bedeuted soviel wie “Oyzoy”

Wie gesagt, Graffitis und einige fantasievolle oder witzige Schilder sind zu bewundern beim Klicken auf nachfolgenden Link. Gesehen und für eure Konsideration festgehalten in Thessaloníkí/Griechenland.
Und schon wieder eine sehr fragwürdige Formulierung aus meiner Feder. Muss daran liegen, dass ich während der Rückfahrt aus Mainz vor Langeweile in der Betriebsanleitung meines Autos geschmökert habe, was sich als echte Fundgrube für Stilperlen wie diese hier entpuppte (weitere folgen eventuell):

Wenn der Ölmeßstab am unteren Ende eine Nase aufweißt, verleichen Sie diese bitte mit einer eventuell vorhandenen Nase am Ölstandsanzeiger.

Nun aber genug von Ölnasen und auf zu den Bildern!

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am Tuesday, 25. March 2014  kommentieren

Wellen und Dünen

Du, wir werden wie unsere väter, begraben unter wellen
du, wir werden wie unsere mütter, vergraben unter dünen
du, wir waren etwas
du, wir sind etwas
du, wir werden etwas werden
du, wir werden etwas geworden sein

am Thursday, 27. February 2014  2 kommentare

Patient

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Ich schlage die Augen auf. Nur langsam nehmen die Dinge Gestalt an, widerstrebend weicht der graue Schleier. Betten. Um mich herum Betten, zwei zu meiner linken, eines zu meiner rechten. Das Kopfende an der Wand, das Fußteil in den Raum. An der rechten Wand noch eins. Längs. Davor die Tür. Links das Fenster. Ich kann nicht nach draußen sehen. Schwarz. Mein Bett ist das Härteste. Holz bespannt mit dünnem Stoff. Weiße Laken. Weiße Wände. Grünes Linoleum. Buchsen und Dosen. Schläuche. Wie bin ich in das Krankenzimmer geraten? Wann, warum? Blasse Menschen auf blassen Laken. Glatzkopf im linken Bett. Liest unbewegt. Die Frau im Bett an der Tür. Lange, rote Haare. Wallende Wogen. Ins Spiel mit dem Puppenkind vertieft. Rechts ein dunkles Gesicht mit noch dunklerem Bart. Fettig. Wo bin ich? Nur das schlechte Gewissen ist wahr. Ich bin nicht krank. Gehöre nicht hierher, nehme nur den Platz weg. Es geht mir gut, zu gut. Was, wenn ich bemerkt werde? Gesunder Tumor im kranken Gewebe? Exzision, sicher. Gefühlt angestellt und ausgefressen, erwischt. Kurz vorher macht sich das Zittern bemerkbar. Angst. Was, wenn ich bemerkt werde?

Ich schlage die Augen auf. Sie haben alle geholt. Allein bis auf den Blondschopf am Bettende. Insigniert mit weißem Kittel, weißer Hose, Kladde. Man weiß nicht, was ich habe. Nur ich. Nichts. Tests bestimmt mit Kreuzen in Kästchen: alle machen! Wenigstens gehöre ich dazu. Und dann verfolgen. Geleiter. Nie von vorne zu sehen, geht immer voraus. Einen Schritt. Ich bin barfuß. Stufen, Hallen, Gänge, Kacheln, Beton, Holz. Türen. Angekommen, festgeschnallt. Silberner kalter Metalltisch. Nackt. Endlich der Arzt. Er spricht, erklärt, gedenkt, warnt, will nicht. Er muss. Zeigt mir das Rad. Wie vom Tresor, aber ohne Zahlen. Nur schwarze Striche. Der ganz am Ende ist blutrot. Wieso?

Klack. Hallend. Der erste Strich. Krampf. Alle Muskeln zum zerreißen gespannt. Im Schrei erstarrt. Dynamik vereist. Bewegungslos. Atmen setzt aus. Mein Herz. Mein Herz?

Klack Klack Klack. Pulsierendes Leben, willkommen oh Luft. Alles in Farben so rosig. Entspannt. Versöhnt. Blicke auf glorreiche Zukunften. Blumen in der Mailuft. Tanzen bis zum Morgengrauen. Vögel und würzige Wärme. Geschehen lassen.

Klack Klack Klack. Tränen. Verrottetes Dasein, totes Leben. Zerfressen. Düstere Leerwelt. Lieber sterben als eine Sekunde in diesen Ruinen. Gefühlsschimmel. Beißende Schlacke, nicht abwaschbar.

Klack Klack Klack. Das Blutrot rückt immer Näher. Ich tobe, will richten, schlitzen, zerfetzen, zerfasern. Knochenbrechers besessenes Grölen. Rache. Ich fürchte nur meine eigene Fratze.

Klack Klack Klack. Zurücklegen, egal was passiert. Nichts gilt. Und wenn alle Sonnen verglühen werde ich warten. Was auch sonst. Unbedeutung, irrelevant. Fuckoff.

Klack Klack Klack. Zeig mir Titten und Fotzen. Ficken und spritzen, klebriges Pumpen. Mein Schwanz eine Lanze. Stopf euch alle Löcher. Dreckige Biester.

Klack Klack Klack. Durchsicht, darum bin ich also hier. Wir alle. Die Allformel ist zwei Seiten lang, die Anzahl der Sterne begrenzt. Gestochen scharf. Der nächste ist der blutrote Strich.

Klack.

Ich schlage die Augen auf. Nur langsam nimmt die Welt Gestalt an, widerstrebend weicht der graue Schleier. Die Augen halb geschlossen. So krank so schlecht. Wer hilft mir? Was, wenn ich nicht bemerkt werde? Verderben. Embryonalhaltung. Es ist ernst. Der Glatzkopf links hat einen Rucksack. Alles drin was man hier braucht. Kennt sich schon aus. Nimmt immer alles mit. Gegensatz. Mein Bett ist zu hart.Hält aber den Arsch straff. Seines? Latschen für mich. Dunkelblau. Zu klein. Verbundplastik. Das Puppenkind sollte in meinem Bett sein. Hab es ihm weggenommen. Bestimmt. Der Bart lächelt. Weiß bescheid. Trockenes Husten mit meiner Stimme. Ich kann nicht mehr lange.

Der Geleiter. Ich folge. Langsam, sterbend, elend, übel. Plastik scheuert und ritzt. Spuren folgen. Dann auf die Bahre, blauer Stoff. Sie scherzen und lachen. Weil ich nichts hätte. Hat auch er gesagt. Alle wissen das. Markierer. Lachen auf meine Kosten. Ich bin zu schwach um zu entgegnen. Ich habe was. Was?

Ich schlage die Augen auf. Rechts. Das Fenster steht weit auf. Breites Tal. Flussglitzern. Braune und grüne und gelbe und bunte und duftende lebendige Welt. Nimm mich auf, Firmamentenblau. Lass mich in dir Leben, durch dich mit dir. Natur. Zu schwach für die gekrönte Schönheit. Das Laken wird alle Tränen saufen. Auch die Letzte?

am Saturday, 25. January 2014  kommentieren

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